Praxis-Bereich Contact-Linsen
Labor

Im Praxis-Bereich Contact-Linsen (Labor) findet die Contact-Linsen-Ausbildung im Studiengang Augenoptik/Optometrie der Beuth Hochschule Berlin statt. Die Anpassung von Contactlinsen erfordert modernste Messtechnik, ein gewissenhaftes Hygiene-Management und ein umfangreiches Reservoir von Contactlinsen aller relevanten Typen. Auf fast 400 m2 Laborfläche stehen 8 vollständig ausgestattete Anpassplätze und eine große Anzahl zusätzlicher Spezialgeräte für Einzel-Aufgaben zur Verfügung.

Die Praktika des Bereichs Contact-Linsen beginnen im Bachelor-Studiengang Augenoptik/Optometrie im 1. Studiensemester und erstrecken sich über das gesamte Studium.

In den ersten beiden Studien-Semestern finden einführende Praktika zur Messtechnik statt. Im ersten Semester ist das Hauptthema die Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mit der Spaltlampe. Im zweiten Semester ist es die Vermessung der Cornea mit Ophthalmometern und anderen Topometrie-Systemen. In den folgenden Semestern finden die drei Praktika zur Contactlinsen-Anpassung statt, in denen auf Gegenseitigkeit Contact-Linsen jeder Art angepasst werden.

In den beiden Abschluss-Semestern wird das klinische Praktikum "Workshop Contact-Linsen" angeboten. Hier versorgen die Studierenden unter praxisnahen Bedingungen reale PatientInnen mit Contact-Linsen. Dazu werden PatientInnen mit besonderen Schwierigkeiten bei der Anpassung von Augenoptikern, Augenärzten und Augenkliniken in die Beuth Hochschule überwiesen. Diese Versorgung umfasst die Anamnese, die Auswahl und Anpassung der Contact-Linsen, die Abgabe und die Einweisung in Handhabung und Pflege sowie Kontroll-Untersuchungen zur Qualitäts-Sicherung der Versorgung. Nach Abschluss der Versorgung erhalten die PatientInnen alle erforderlichen Informationen, um sich im freien Markt weiter mit den Linsen versorgen zu lassen.

In den Praktikumsräumen finden auch die praktischen Untersuchungen zu den Forschungsprojekten sowie zu den Bachelor- und Master-Arbeiten statt.

Historische Entwicklung

Im Jahr 1937 begann Peter Abel mit der Contactlinsen-Anpassung in der Berliner Schule. Dies waren zunächst Sklerallinsen der Firmen Müller-Welt und Zeiss.

Nach dem Umzug in den Neubau am Einsteinufer wurde die Contact-Linsen Ausbildung 1963 ordentliches Lehrfach der Berliner Optometrie-Ausbildung. Sie umfasst seitdem Theorie-Unterricht, Praktika und eine Abschluss-Prüfung in Theorie und Praxis.

1974 hatte Wolfgang Ridder die richtungsweisende Idee, ein klinisches Praktikum einzurichten. Hier werden seitdem reale PatientInnen (aus der Hochschule aber auch von außerhalb der Hochschule) unter praxisnahen Bedingungen mit Contact-Linsen versorgt.

Seit 1990 heißt dieses Praktikum „Workshop Contact-Linsen“. Es steht bis heute modellhaft für solche klinischen Praktika in den deutschen Ausbildungsstätten für Augenoptik/Optometrie.

Seit 1998 findet die Ausbildung im Hochschulbereich statt. Das Land Berlin gliederte die Optometrie-Ausbildung in die Technische Fachhochschule Berlin ein.

Seit 2009 heißt die Hochschule neu Beuth Hochschule für Technik Berlin.