Projekt 3

 

Vom Stufengiebel zum Pyramidaldach

 

Für das zu planende Ensemble wurde angenommen, dass die kleinen Bauten bzw. Container der Wallstraße 43, Rungestraße 31 und 34 abgerissen werden.Entstanden sind vier neue Gebäude für dessen Nutzungen Wohnen (1), Erweiterungen des Märkischen Museums (2 und 3) und ein Büro (4) vorgesehen sind. Des Weiteren ist ein Pavillon geplant und der Umbau des Bärenzwingers zu einem Café.Die Häuser entsprechen mit ihrer Grundform und der Höhe dem „Spiel der Baumassen“ beim ehemaligen Köllnischen Gymnasium: rechteckig und quadratisch, klein und groß. Sie sind so angeordnet, dass sie freistehend erscheinen und die Großzügigkeit des Parks unterstreichen. Sie können von allen vier Seiten ungehindert betrachtet werden.Es besteht eine Sichtachse zwischen der Inselstraße und dem Märkischen Museum. Aber auch von fast allen anderen Stellen ist der Turm des Märkischen Museums zu sehen.Verbunden werden die neuen Bauten untereinander durch Arkadengänge.  Die Häuser 2 und 3 direkt, die Gebäude 1 und 4 indirekt. Bei diesen sind die Arkaden integriert. — Der Arkadengang, die Bauwerke 2 und 3 und die der Rungestraße 2 und 5 wirken raumbildend. Die Arkaden bieten Sichtbezüge zum Park. Geschlossen wird der Raum durch das Haus 4.Der Park ist von allen Seiten aus zugänglich. Die meisten Zugänge sind nicht besonders hervorgehoben. Dies wirkt natürlich und selbstverständlich. Es soll den Anschein erwecken, als wären sie in dieser Form schon immer vorhanden. An den Häusern 2 und 3 ist der Park durch die Arkadengänge erreichbar. Die Wegeführung des Park ist strahlenförmig angeordnet. So soll es den Besuchern ermöglicht werden, von jeder Stelle ohne Umwege überall hinzukommen.Der Sicherheitsgraben des Bärenzwingers wird wieder mit Wasser gefüllt und zu einem Teich umfunktioniert. Ergänzend sind zwei weitere „Teichanlagen“ entstanden. Diese sollen für eine spezielle Atmosphäre — „Oase in der Stadtmitte“ — sorgen und, in Verbindung mit den Bänken, zum Rasten einladen.Das Ensemble und der Bezug zu den Nachbarbauten (Märkisches Museum und ehemaliges Köllnisches Gymnasium) wird durch verschiedene Merkmale gekennzeichnet. So dienen in erster Linie die Arkaden und Rundbögen als verbindendes Element. Diese sind bei allen neuen Bauten vorhanden. —Ebenso sollen alle Neubauten in den gleichen Materialien und in der gleichen Farbe ausgeführt werden. Analog zu dem ehemaligen Gymnasium und zum Museum ist hier ein orange-brauner Backstein im Märkischen Verband vorgesehen. Der Pavillon wird, wie ein Teil des Museums, aus hellgrauem Naturstein gefertigt und soll wie "aus einem Guss" erscheinen.Bezugnehmend auf die markanten stufenartigen Giebel des Museums ist die Idee der gestaffelten Dächer entstanden. Diese sind eine Mischung aus Stufengiebel und Staffelgeschoss. So besteht das Dachgeschoss aus mehreren Stufen und nicht, wie bei einem klassischen Staffelgeschoss, ein Geschoss aus einer Stufe. Auch der Pavillon verfügt über ein gestaffeltes Dach, hier fällt es jedoch filigraner aus.Ähnlich wie die genannten Nachbarbauten verfügt das Ensemble über „stehende“ Rechteckfenster, Fenster mit Bogen und Blindfenster. Diese weisen in der Regel die gleichen Maße auf. — Um mit dem neuen Ensemble eine Einheit zu bilden, wurden die verputze Brandwand und die Fluchttreppe der Fanny Hensel Musikschule mit dem gleichen Backstein verkleidet.

 

Andrea Bühring