In den Himmel bauen – Hochhausprojekte des Architekten Otto Kohtz (1880-1965)
Wolfgang Schäche, Brigitte Jacob, David Pessier

Beteiligte HL: Prof. Dr. Wolfgang  Schäche, Dr. Brigitte Jacob (Beuth Hochschule für Technik Berlin),
Prof. Dr. Franziska Bollerey (TU Delft/Niederlande)

Forschungsthema:  „In den Himmel bauen – Hochhausprojekte des Architekten Otto Kohtz (1880-1965)“

Exemplarische Längsschnittuntersuchung zu den Projekten von Otto Kohtz, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der Ersten in Deutschland war, die sich entwurflich mit Hochhäusern auseinandersetzten. Und er tat dies durchgängig bis zu seinem Lebensende, ohne je ein Projekt verwirklicht zu haben.
Seine Entwürfe, die im Rahmen der Forschung sorgfältig untersucht, aufgearbeitet und dokumentiert  sowie in dem architekturhistorischen Kontext gestellt wurden, stehen dabei beispielhaft für die europäische Thematisierung des Hochhauses in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ergebnisse der architekturgeschichtlichen wie entwurfstheoretischen Untersuchung erschienen im Herbst 2014 in Buchform beim jovis Verlag Berlin.

Rudolf Wolters – Ein Architekt des 20. Jahrhunderts.
Dissertation André Deschan

Beteiligte HL:
Prof. Dr. Wolfgang  Schäche  (Beuth Hochschule für Technik Berlin),
Prof. Dr. Gerd Zimmermann (Bauhaus Universität Weimar)
Prof. Dr. rer. pol. habil. Harald Bodenschatz (Technische Universität Berlin)
Promovend und Autor:  Dipl.-Ing. André Deschan

Thema: „Rudolf Wolters – Ein Architekt des 20. Jahrhunderts.“

Die Dissertation setzt sich mit der Architektengeneration auseinander, die, zum Beginn des 20. Jahrhunderts geboren, über drei verschiedene Gesellschaftssysteme versuchten, in der vordersten Reihe zu stehen. Sie geht der Frage nach, wie und nach welchem Muster und Beweggründen die berufliche Karriere dazu führen kann, dass gerade Architekten sich allen politischen Systemen andienen und dabei im wahrsten Sinne des Wortes „über Leichen gehen“, was im besonderen Falle den Architektenkreis um Albert Speer, dem „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin“ betrifft.
Die Arbeit weist nach, das gerade Rudolf Wolters, ein Schüler von Hans Poelzig und Heinrich Tessenow, nach einer Schaffensphase in der Sowjetunion, sich an der Seite Albert Speers bis in der erste Reihe der Architekten um Hitler hocharbeitete. Forschungsinteresse waren im Besonderen die Fragen, warum über Wolters, obschon an der Seite Speers, bis heute nur marginal geforscht und publiziert wurde und wie er nach 1945 wieder unbehelligt in seiner Heimatstadt Coesfeld, fernab der ehemaligen „Reichshauptstadt“, das Netzwerk der Architekten zum Aufbau der Bundesrepublik organisieren konnte.
Die Disputation der Arbeit fand im Mai 2013 in der Bauhaus Universität Weimar statt und wurde mit „magna cum laude“ bewertet. Die Forschungsergebnisse wurden 2016 unter dem Titel: "Im Schatten von Albert Speer. Der Architekt Rudolf Wolters" im Gebr. Mann Verlag Berlin publiziert.

(Bildquelle: Landesarchiv Berlin E Rep. 400-19 NL W, Nr.38)

Die Geschichte der Fassade. Bildatlas Physiognomien/Versuch einer Phänomenologie
Martin Kieren

Beteiligte HL: Prof. Dr. Martin Kieren (Beuth Hochschule für Technik Berlin)

Die Geschichte der Fassade
Bildatlas / Versuch einer Phänomenologie


Der Forschungsgegenstand betrifft die Bildhaftigkeit und Symbolhaftigkeit dessen, was wir gemeinhin die Fassade eines Hauses nennen. Die Bildmomente — erzeugt vom plastisches Relief resp. dem Gesamtlineament —, die hier wirksam werden, werden sowohl gespeist aus inneren Kräften wie Grundrissfigur, Struktur, Konstruktion und Gebäudetypus als auch von äußeren Kräften wie dem Kontext, dem Stand der Technik, den kulturellen Codes und dem künstlerischen Vermögen des Architekten. Der erste Teil des Forschungsfeldes zielt auf einen kommentierten Bildatlas der systematisch eine typologische Ordnung herstellt und die historisch entscheidenden Momente der (Geschichte der) Fassade gleichsam morphologisch entwickelt. Dieser Atlas folgt den Themen Typus und Nuance, Regel und Abweichung, Ähnlichkeit und Differenz. Der zweite Teil versucht nachzuzeichnen, wie sich im 20. Jahrhundert unter dem zunehmenden Einfluss benachbarter Künste diese Bildmomente nicht mehr den der Architektur eigenen Referenzbildern sondern — unter anderem — eben denen der Bildenden Kunst, der Bildhauerei und, gegenwärtig, der Screenart, entnommen werden.


Groszstadtarchitektur
 (1750 – 1935). Über einen anonymen architektonischen Typus
 in den europäischen Metropolen
Martin Kieren

Beteiligte HL: Prof. Dr. Martin Kieren (Beuth Hochschule für Technik Berlin)


Groszstadtarchitektur
 (1750 – 1935)
Über einen anonymen architektonischen Typus
 in den europäischen Metropolen


Der Forschungsgegenstadt betrifft einen Gebäudetypus, der mit der Bildung der Metropolen (nicht nur) in Europa verbunden ist und sich aus den jeweils lokalen Traditionen verdichteter Bauweise speist, aber ikonographisch über alle Grenzen hinweg Ähnlichkeiten aufweist; es geht mithin um das städtische Wohnhaus, Mietshaus, Zinshaus, Wohnpalais, jenseits der ausgetretenen Pfade und vor allem (auch) jenseits der bekannten Architekten- und Gebäudenamen, also der Ikonen. Untersucht wird anhand vielfältiger (anonymer) Beispiele — die zu sammeln, zu sichten und zu ordnen zunächst das Forschen prägt — wie Momente der Grundrissfigur, der Erschließung, der Konstruktion, der Gestalt und der „Ordnung der Fassade“ zu einem besonderen Gebäude-Typus mit einem spezifisch verdichteten plastischen Bild finden, das wiederum die ureigenen urbanen resp. großstädtischen Themen wie Masse und Dichte, Spannung und Zerstreutheit, Rhythmus und Monotaktik, Struktur und Kompression, Abstraktion und Anonymität, Nervosität und Ruhe, auszudrücken in der Lage ist. — Angestrebt ist die Beschreibung eines theoretisch-rhetorischen Regelkanons jenseits reiner Motivik.