Auf dieser Seite möchte ich ein paar Poster vorstellen, die im Laufe von acaBot entstanden. Manche von ihnen präsentieren einen Inhalt, den wir für acaBot als zukünftige Projekte geplant hatten, die dann letztlich aber doch nicht realisiert wurden. Andere Poster stellen einfach nur Spaß aus, manchmal mit einer didaktischen Mission, manchmal aber auch nicht.

Scream of a Gamer (5/2016)

Unser Poster zur LNdW-2016 zeigt eine mental erregte Person mit unserer speziellen acaPad-Spielekonsole in den Händen. Jedoch weiß man als Betrachter nicht so recht, weshalb die Person einen Schrei ausstößt: Ist sie frustriert über einen gerade erlebten Misserfolg in ihrem Spielverlauf, oder ist ihr Schrei Ausdruck einer besonderen Freude über einen besonderen Treffer? Möglicherweise handelt es sich aber auch um einen Anspannungsschrei, der kurz davor ausgestoßen wird, wenn man nicht weiß, ob der gerade vollzogene Spielzug ein Treffer wird oder leider doch (wieder) daneben geht.

acaBot is fungineering (4/2016)

... oder über die "Verwundbarkeit" komplexer technischer Systeme

acaDrone (4/2016)

ohne Worte

Enigmatic Toy (3/2016)

Auf die Frage, ob unsere Bots - insbesondere die größeren, leistungsstärkeren wie der URGino oder MECANuino - auch KI können (Künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence), müssen wir immer wieder vertrösten und sagen: "Nein, noch nicht". Das wird sich wohl auch nie ändern, denn die KI gilt als gescheitert. Alleine in der Begriffsdeutung dessen, was eigentlich (natürliche) Intelligenz ist und deren Übertragung auf technische Systeme, gibt es unüberwindliche Probleme. Können Maschinen überhaupt intelligent sein? In der Grammatik von Ludwig Wittgenstein wird diese Frage verneint mit der Begründung, der Begriff Intelligenz sei nur für Lebewesen gültig und lasse sich nicht auf Maschinen anwenden.

Was ist es dann, was z.B. einen Roboter "intelligent" erscheinen lässt? Im Anschluss an die Künstliche Intelligenz gab es die Regelbasierten Expertensysteme (rule based systems). Experten haben Regeln für das Verhalten eines technischen Systems aufgestellt, die dieses System, z.B. der Roboter, befolgt ... stur befolgt. Für den Betrachter sieht alles danach aus, als wenn dieser Roboter sich tatsächlich intelligent verhält, weil ein solches Regelbasiertes Expertensystem schnell ein großes Ausmaß an Komplexität annehmen kann. Aber letztlich bleibt das eigentliche Problem: Wer nur stur nach vorgegebenen Regeln handelt, kann nicht intelligent sein. Was auch immer Intelligenz genau ist, aber es muss mehr sein.

Nachdem die Regelbasierten Expertensysteme auch nicht wirklich für den großen Durchbruch in der Schlaukopf-Maschinerie gesorgt haben, wurde anstelle des Intelligenz-Begriffes ein neues Schlagwort in den Fordergrund gestellt: das Lernen. Wenn schon keiner so genau weiß, was Intelligenz eigentlich ist, für den Lern-Begriff lässt sich viel leichter eine Definition aufstellen. Im Arbeitsfeld des Machine-Learning erhält ein Roboter in Form von Software Verhaltensweisen, geometrische Formen, Klänge und wer weiß was sonst noch alles in einem kontextfreien Zusammenhang einprogrammiert. Weiß ein Roboter zum Beispiel, was ein Kreis ist, und er weiß auch, was die Farbe Rot ist, dann wird er in der Lage sein, mithilfe seiner Kamera-Augen in der Umgebung rote Kreise (zum Beispiel eine auf Rot geschaltete Ampel) zu identifizieren. Der Roboter hat damit eine (wenn auch sehr einfache) Transferleistung erbracht - er hat sein Wissen auf eine neue oder bestimmte Situation angewendet - er hat etwas gelernt! So er nicht als Lemming-Roboter programmiert ist, wird er brav stehen bleiben, bis kein roter Kreis mehr zu sehen ist, und erst dann die Straße überqueren. --- Maschinen können alles Mögliche haben: Taktik, Strategie - aber keine Intelligenz (s.o.). Das vielversprechende Fachwort hinter dieser zeitgenössischen Bestrebung, Robotern "quasi-intelligentes" Verhalten beizubringen, heißt wie schon erwähnt: Machine-Learning. Können unsere Roboter schon "machine learning"? Nein, aber wir arbeiten dran.

[Wer ist eigentlich der kleine Junge in dem Poster? Alan Turing gilt als der Begründer der KI. Alan Turing, ein Engländer, hat im Zweiten Weltkrieg die Nachrichtenverschlüsselungsmaschine - die Enigma - der Nazis decodiert und damit wesentlich zum Ausgang des Krieges beigetragen. Nach Alan Turing wurde die Frage nach der Existenz von Künstlicher Intelligenz folgendermaßen beantwortet: Stelle irgendwelche Fragen sowohl an eine programmierte Maschine als auch an einen Menschen. Beide geben dir eine Antwort, aber du weißt nicht, wer von beiden geantwortet hat, der Mensch oder die Maschine. Wenn du bei einer abschließenden Analyse der erhaltenen Antworten nicht unterscheiden kannst, ob eine Antwort von dem Menschen oder von der Maschine stammt, dann gibt es KI. --- Es gibt ein wirklich tolles Buch über Kryptographie, in dem sowohl ausführlich die Enigma-Entschlüsselung behandelt und auch über das (tragische) Leben von Alan Turing berichtet wird. Es stammt von Simon Singh und heißt "Geheime Botschaften - die Kunst der Verschlüsselung" bzw. "The Code Book - The Science of Secrecy"]

The IT-Nerd's Victim (2/2016)

Ohne Worte

Deep Blue (1/2016)

Ohne Worte

Just a little KISS-Testing (10/2015)

Die Realisierung einer technischen Idee macht nur bis zu einem gewissen Grad Spaß. Die Idee wurde geboren, alle benötigten Teile liegen auf dem Tisch, alles wird zusammengebaut, und man fummelt so lange rum, bis das Ganze "vernünftig" funktioniert. So haben wir es mit unseren acaBot-Robotern auch gemacht. Insbesondere der Motorregler stellte dabei eine lästige Herausforderung dar. Immer wieder und wieder die Regler-Parameter nach Gutdünken verändert, waren wir schließlich zufrieden mit dem Ergebnis, als der Bot seine Spur gut halten konnte und "vernünftig" geradeaus fuhr. Damit war für uns der "kissy" Produkt-Test beendet. Wir hatten keine Lust mehr auf weitere lästige Tests, die nur noch Arbeit machten, die eigentliche Idee des Roboters aber nicht mehr bereicherten; wir hatten unseren Bot "über den Acker gejagt", und das sichtbare Ergebnis war so weit ja auch ganz brauchbar.

KISS steht für "keep it simple, stupid" und bedeutet "mach's so einfach wie möglich". Eine anderes Acronym lautet: "keep it small and simple". Wie auch immer, KISS geht auf Ockhams Rasiermesser-Philosophie zurück. Nach Ockham, einem irischen Bischof und Philosophen, ist von mehreren, verschieden komplexen Erklärungen für ein Problem die einfachste Erklärung vorzuziehen. Die einfachste, kürzeste Erklärung ist richtig, die komplizierten, langen Erklärungen sind falsch. Gibt es nur eine Erklärung, die jedoch kompliziert ist, muss nach Ockham mit dem Rasiermesser über die Erklärung gegangen werden, um allen unnötigen Erklärungs-Ballast zu entfernen. Nach der Rasiermesser-Behandlung ist die anfänglich schwierige Erklärung leicht und verständlich - und richtig.

Auf viele natur- und sozial-wissenschaftliche Phänomene lässt sich KISS tatsächlich anwenden. Die einfachsten Erklärungen sind oft ... aber nicht immer ... die besten; schwierige Erklärungen sind in vielen Fällen bloßes Geschwätz, um Seiten zu füllen, oder sie dienen der Verschleierung, dass der Erklärer das Problem auch nicht wirklich verstanden hat. Aber im technischen Testfeld hat das KISS-Testen, das einfache und oberflächliche Testen, nichts zu suchen. Immer wieder wird in den Medien berichtet, dass ganze Auto-Serien vom Hersteller zurückgerufen werden müssen, weil ein Teil versagt hat. Im günstigen Fall geht eine Tür nicht mehr zu, im ungünstigen Fall nicht mehr auf. Hier wurde vor der Auslieferung offensichtlich nicht ausreichend getestet. Die finanziellen Verluste für die Firma sind um ein Vielfaches höher, als wenn die Kosten für das ausgiebige Testen investiert worden wären.

Aber wie schon gesagt, ausgiebiges Testen ist - bei aller Notwendigkeit - langweilig und macht keinen Spaß. Am besten überlässt man das Testen denen, die sich damit arrangieren können.

I control anything (8/2015)

In dem Bemühen, den menschlichen Geist zu verstehen, nimmt man heute größtenteils an, dass eine erschöpfende Beschreibung der Vorgänge im Gehirn auch das Bewusstsein auf all seinen verschiedenen Stufen erklären würde. Sollte also der Mensch nicht mehr sein als eine komplexe Maschine - und zwar nicht nur im Hinblick auf seine Tätigkeiten, sondern auch im Hinblick darauf, wie er sich selbst erscheint?

Dieses Poster war eigentlich als Einstimmung auf eine große Herausforderung in der Regelungstechnik gedacht: dem Balancieren eines Besenstiels auf einem der omnidirektionalen MECANuinos. Letztlich wurde das Projekt jedoch nicht umgesetzt, denn der Aufwand für diese Aufgabe wäre enorm gewesen, aber Fun-Faktor relativ klein. Das Ergebnis hätte ein Betrachter für ein paar Sekunden bestaunt, dann wäre die Langeweile eingetrete: "Schön, der Bot kann balancieren, ja und?" Wir haben uns kurz nach der Entstehung des acaBot-Projektes entschieden, nur noch Aufgaben anzugehen, die auf die eine oder andere Weise eine nette Benutzerinteraktivität beinhalten ... der balancierte Besenstiel gehört nicht dazu.

Game On (5/2015)

Dieses ist unser erstes Poster "Game On", mit dem wir auf der Langen Nacht der Wissenschaften 2015 unser acaBot-Debüt hatten, um speziell den Kindern mit dem CLAWino, dem Greifhand-Roboter, ein Unterhaltungsprogramm zu bieten. Das Poster zeigt Brians Spielekonsole, die mit dem legendären Arkade-Steuerknüppel und den farbigen Push-Buttons dem Vintage-Look der 70er-Jahre nachempfunden wurde. Mit einem "Arduino Inside" äußerst vielseitig einsetzbar, ist diese "Game-Box" jedoch letztlich zu schwer und unhandlich geworden, als dass ein Kind, dieses Teil in den Händen haltend, noch bequem damit hätte spielen können.