Analyse der geographischen Erreichbarkeit per PKW von Dialysestandorten in Nordostdeutschland
Verfasserin: Franziska Martin | Bachelorarbeit 2016

Dialysebehandlungen sind für Patienten notwendig, die unter einer akuten, oder chronischen Nieren-insuffizienz leiden. Bei einer Dialyse werden Giftstoffe aus dem Blut entfernt, welche die Niere nicht mehr selbst verarbeiten kann. Die Zahl der Dialysepatienten steigt in Deutschland jährlich an und wird voraussichtlich im Jahr 2020 die 100.000 übersteigen. Die Modellierung von Erreichbarkeitsgebieten von Dialysezentren in Nordostdeutschland ist ein Ziel dieser Bachelorarbeit. Dabei wird untersucht, wie der Versorgungsstand der Zentren im dem Gebiet aktuell aussieht. Die Untersuchung erfolgt mit der ArcGIS Erweiterung Network Analyst und basiert auf einem für Autofahrer ausgelegten Verkehrsnetz. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Untersuchung der Altersstruktur der Dialysepatienten in Nordostdeutschland. Wichtige Grundlagen der Berechnung sind unter anderem Bevölkerungs- und Alterszahlen. Die Ergebnisse werden hauptsächlich in Form von Karten dargestellt. Die Abdeckung der Erreichbarkeitsgebiete liegt in Nordostdeutschland bei insgesamt 83,64 %, unterscheidet sich jedoch innerhalb der einzelnen Bundesländer deutlich. Eine bessere Erreichbarkeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu Brandenburg. Eine besonders große Unterversorgung an Dialysezentren kommt im Norden Brandenburgs vor. Durch Einfügen eines fiktiven Dialysezentrums im Flächenschwerpunkt von Wittstock/Dosse können insgesamt die Zentroide von 13 Gemeinden in das generierte Einzugsgebiet eingeschlossen werden. Im Zusammenhang mit der Untersuchung der Altersstruktur ergibt sich eine erwartete Anzahl von 8.222 Dialysepatienten in den Erreibarkeitsgebieten.