Sichtbarer Wandel innerstädtischer Quartiere am Beispiel von Berlin. Ein Beitrag zur Messung und Darstellung von Aufwertungsprozessen im Sinne von Gentrification
Verfasser: Jan-Philipp Postorino | Masterarbeit 2017

Mit Gentrification wird die Aufwertung von Wohngebieten beschrieben, wobei Wohnbevölkerung durch den Zuzug einkommensstärkerer Bevölkerungsgruppen verdrängt wird. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur gehen dabei Hand in Hand mit räumlich fassbaren Wandlungen in den entsprechenden Stadtvierteln. Dies schlägt sich zumeist in einer massiven Veränderung der Gewerbe- und Gastronomiestruktur nieder. Zusätzlich geben umfassende Modernisierungen von ehemals vernachlässigten Altbaustrukturen der Aufwertung ein Gesicht. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Dynamik auf dem Wohnungsmarkt, ist Berlin ein besonderes Untersuchungsgebiet für die Messung und Darstellung derartiger Aufwertungsprozesse. Eine zentrale Herausforderung der Erforschung von Gentrification stellt die kleinräumige Operationalisierung und Messung von Aufwertungsprozessen dar. Auf Basis einer aggregatsstatistischen Analyse werden Aufwertungsgebiete in Berlin identifiziert und im Hinblick auf funktionale und räumliche und Veränderungen analysiert. Die Darstellung des innerstädtischen Wandels anhand erfolgt anhand ausgewählter Untersuchungsgebiete. Durch die angewendete Methodik können signifikante Aufwertungsprozesse in Berlin identifiziert und lokalisiert werden. Gentrification lässt sich durch soziale und wohnwirtschaftliche Aufwertung kennzeichnen und sind auf zentrumnahe Altbauviertel beschränkt. Die ermittelten Quartiere weisen ähnliche Tendenzen bezüglich funktionaler Aufwertungsprozesse auf. Insbesondere sind Veränderungen der lokalen Gewerbe- und Gastronomiestruktur hinsichtlich sich verändernder Bewohner- und Konsumgruppen nachvollziehbar.