GIS-Analyse der Cholerauasbreitung in Berlin 1831
Verfasser: René Pikulla | Masterarbeit 2015

Diese Arbeit handelt von einer Untersuchung der Choleraepidemie in Berlin von 1831. Grundlage bildet die dokumentarische Arbeit von Dr. Albert Sachs, die im „Tagebuchüber das Verhalten der bösartigen Cholera in Berlin“ veröffentlicht wurden. Er dokumentierte im Zeitraum vom 14. September bis 28. Dezember 1831 insgesamt 2.239 Choleraerkrankungen, von denen 1.415 Personen an der Cholera verstarben. Diese analog vorliegenden Daten wurden digitalisiert, geocodiert und um weitere Informationen wie bspw. das Geschlecht der Personen ergänzt. Eine zeitliche Verschneidung mit parallel dokumentierten Informationen wurde ebenfalls durchgeführt. Um zu prüfen, ob Muster vorhanden sind, wurden Clustertests durchgeführt. Zu Beginn eine globale Clusterdetektion, bei der es sich um den Ripley's K-Test handelt. Durch ein daraus hervorgehendes positives Ergebnis konnte eine lokale Clustermethode angeschlossen werden. Beim verwendeten retrospektivem Space-Time-Permutation-Modell handelt es sich um eine raum-zeitliche Analyse, welche die Daten mithilfe eines Scanfensters in Form eines Zylinders auf Muster im Untersuchungsgebiet untersucht. Dabei wurden elf signifikante Cluster detektiert, die über das gesamte Stadtgebiet Berlins verteilt sind. Innerhalb der dokumentierten Zeitperiode gab es zwei besonders starke Hochphasen der Cholera im September und Oktober des Jahres 1831. Schwerpunkte bildeten, neben den Krankenhäusern Charité und dem Neuen Hospital, vor allem im Zentrum der Stadt die Stadtteile Kölln und Berlin, in denen eine sehr hohe Bevölkerungsdichte herrschte. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Wülcknitzschen Familienhäuser außerhalb der Stadtmauer im Voigtland. Die 18-wöchige Epidemie ging durch alle Altersgruppen und Berufsstände. Die Sterblichkeitsrate lag bei 62,58 % und die Erkrankungshäufigkeit lag bei ca. 9 ‰ der Gesamtbevölkerung.