B32b - Gebäudeentwurf IV - Bauen im Bestand

Crossing the Bridge

Ein Gegenüber für die Rundkirche am Wolffring
Blick von der Vorhalle und den Stufen der evangelischen Rundkirche am Wolffring über die Parkringbrücke (Boelckestraße) zu St.Judas Thaddäus | Verfasser: Dipl.-Ing. Roland Poppensieker

Das Tempelhofer Feld und mit ihm das Areal der heutigen Gartenstadt Neu-Tempelhof war um 1910 die letzte zentrumsnahe unbebaute Freifläche. In den Folgejahren entstand hier westlich des heutigen Tempelhofer Damms - auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des Geländes und als Ergänzung der Blockbebauung am heutigen Platz der Luftbrücke - eine dem Gartenstadt-Gedanken verpflichtete Siedlung, in der 1928 bereits 40.000 Menschen eine Wohnung fanden. Parallel zur Bauplanung wurde intensiv über die Entwicklung eines Grünrings nachgedacht. Der hufeisenförmige Parkring beruht auf der Idee einer geschlossenen, zusammenhängenden Gestalt mit sich abwechselnden gartenkünstlerisch durchgebildeten, formalen und landschaftlich-idyllischen Partien.

Am Schnittpunkt der heutigen Boelckestraße mit dem Parkring führt eine Brücke über den tiefer gelegenen Grüngürtel, der hier prägnante Wasserelemente enthält. Hier befindet sich auch die evangelische "Rundkirche", ein expressionistischer Bau aus den 20er Jahren. Die katholische Kirche St. Judas-Thaddäus, ein spätexpressionistischer Sichtbetonbau der 60er, ist in Sichtweite. Auf der Blickachse liegt - diagonal gegenüber der Rundkirche - zwischen Boelckestraße und Loewenhardtdamm sowie südlich des Parkrings ein bis in die Nachkriegszeit unbebautes dreieckigen Grundstück, auf dem in den 40er Jahren vorübergehend Zwangsarbeiter-Baracken standen. Die heutige Bebauung des Areals ist locker, die Eingangssituation in die Siedlung südlich des Parkrings zugleich unzureichend formuliert.
 
Im Rahmen des Entwurfsseminars sollen auch bezüglich einer Aufwertung der Boelckestraße die Potentiale einer baulichen Ergänzung dieses Areals untersucht werden, mit dem Ziel einer (stadt-)räumlichen Klärung sowie der Formulierung und Materialisierung eines "Empfangs- und Informationsbereichs" an und zu diesem historisch sensiblen Ort.


Projekt 1

Abdurrahim Sariyildiz, Michael Diestelkamp

Projekt 2

Niklas Michels

Projekt 3

Pia Böge, Michelle Meske