B27b - Bauen im Bestand

Der Alte Schlachthof Berlin

Umnutzung und Aufstockung der Halle A | Ehemalige städtische Volksspeiseanstalt
Landsberger Allee/Hausburgstraße, 10249 Berlin Prenzlauer Berg

Die Halle A an der Ecke Landsberger Allee / Hausburgstraße unterscheidet sich deutlich von den anderen Hallen. Sie ist kleiner, eingeschossig und mit einem Pultdach versehen. Die Backsteinfassade ähnelt den Fassaden der anderen drei Hallen. Sie ist durch Pilaster geprägt und vertikal gegliedert. Durch die Nutzungsänderungen (Schweinestall ab 1898, Städtische Volksspeiseanstalt ab 1916, ab 1990 für einige Jahre Fleischmarkt „Alter Schlachthof“) wurden Maßnahmen an den Fassaden und im Inneren durchgeführt. Der Innenraum ist durch eine Holzbalkenkonstruktion geprägt, die teilweise verkleidet ist. Entlang der Decke befinden sich nachträglich eingebaute Hängeschienen, die mittels einer Schienenweiche in die vorhandenen sechs Kühlzellen führen. Ein interessantes Merkmal der Ausstattung sind drei bauzeitliche Waagen, die in die neue Nutzung integriert werden sollten.

Ziel des Projektes ist die Bearbeitung von Konzepten zur Umnutzung der Halle A. Als mögliche Nutzungen können u.a. auch Gastronomie, Event, Verkauf, eine Kindertagesstätte, FabLab /Coworking, Sport/Freizeit vorgesehen werden. Schwerpunkt der Bearbeitung ist die Planung einer Aufstockung des Gebäudes. Die Aufstockung soll die Kubatur des bestehenden Gebäudes respektieren und nicht überproportioniert wirken.

Das Konzept ist unter Erhalt des Charakters der vorhandenen Bebauung, ihrer Typologie, ihrer prägenden Konstruktionen und Ausstattungen sowie unter Berücksichtigung einer zeitgemäßen architektonischen Gestaltung für die neuen Elemente zu entwickeln. Dabei soll die mit dem Bauen im Bestand verbundene Methodik – Raum-in-Raum, Ergänzung, Schichtung, Überlagerung - angewendet werden.

Projekt 1

Rita Brenner, Irma Kotthaus, Viola Sulzer

Projekt 2

Rebecca Schöldgen, Hajo Stauber

Projekt 3

Antonia Fitzthum, Ann-Kathrin Kalkbrenner

Projekt 4

Vanessa Beutel, Jean Nabhan

Projekt 5

Felix Frankowiak, Lars Goepel, Maja Kasiak

M07a - Bauen im Bestand 2

Betriebswerk Pankow | Umnutzung zum Schulstandort

Rundschuppen – Ringlokschuppen – Drehscheiben - Gleisanlage – Sozialgebäude
Umbau und neue Ergänzung
Am Feuchten Winkel, Berlin Pankow

Am 1.10.1893 wurde der neue Güter- und Verschiebebahnhof in Betrieb genommen, ergänzt um ein Bahnbetriebswerk sowie den danebengelegenen S-Bahnhof Heinersdorf. Die Gesamtfläche beträgt ca. 40 ha, mit einer max. Breite von ca. 700 m und einer max. Länge von ca. 2400m. Um die Jahrhundertwende wurden bereits 70 Züge mit 2.000 Güterwagen umgeschlagen, womit der Güterbahnhof Pankow zum größten in Deutschland geworden war.
In der Kriegszeit erlitt er Treffer durch Fliegerbomben und zum Schluss durch Artillerie, was zu Einschränkungen des Betriebs führte. Jedoch wurde bereits im Mai 1945 mit der Reparatur begonnen und der Güterbahnhof Pankow für die Reichsbahn der DDR als bedeutender Umschlagplatz wieder in Betrieb genommen. In dieser Zeit wurde fortlaufend modernisiert und insbesondere die ursprünglich stumpf endenden Gleise beim Betriebswerk an die Ferngleise angeschlossen. Nach der Wende 1989 mit der Übertragung des Betriebs der Reichsbahn an die Deutsche Bahn verlor der Güterbahnhof mehr und mehr an Bedeutung und am 1.1.1997 erfolgte schließlich die Stilllegung. Seit dem Eigentumsübergang an einen privaten Investor 2009 wurden die Gleise entfernt und ebenso alle nicht denkmalgeschützten Gebäude.


Das Gelände des Güter- und Verschiebebahnhofs stellt heute eine Brache dar und auch auf dem Betriebswerk befinden sich nur noch die 3 denkmalgeschützten Gebäude: Rundlok-schuppen, Ringlokschuppen mit Drehkreuz und Sozialgebäude. Sämtliche Gleise wurden entfernt, allerdings zeichnet sich deren Anlage im Bewuchs des Geländes nach wie vor ab.
Bei der Entwurfsplanung sollte versucht werden das Gelände mit seiner entsprechenden städtebaulichen Struktur sowie den drei denkmalgeschützten Gebäuden zu erhalten und mit in den Entwurf zu integrieren.

Projekt 1

Anna Fechner, Henriette Stern

Projekt 2

Elisabeth Kühnast, Violetta Tursi

Projekt 3

Nadine Motscha, Louisa Tenberg